WEST SIDE STORY 
Bad Hersfelder Festspiele
Premiere 16. Juni 2009

Zwischen den Extremen. Matthias Davids Inszenierung des Musical-Klassikers für die Bad Hersfelder Festspiele spannt den Bogen bis weit ins andere Extrem: Eine schockierend drastische Vergewaltigungsszene, die Thematisierung von Kindesmissbrauch und die Darstellung des Zweikampfes zwischen Riff und Bernardo als Käfig-Fight stehen für die Ernsthaftigkeit, mit der Davids die Inhalte der Vorlage transportieren möchte. (...) Die Begeisterung des Premierenpublikums, das das Ensemble am Ende fast eine Viertelstunde mit stehenden Ovationen feierte, galt jedoch vor allem den mitreißenden, in dieser Qualität bisher in Bad Hersfeld nicht gesehenen Tanzszenen (Choreographie: Melissa King) und den durchweg großartigen Leistungen der Sängerinnen und Sänger. (...) Als kongenial für die Inszenierung erweist sich das Bühnenbild von Heinz Hauser. Zwei halbrunde Gitterelemente auf Rollen, die sich wahlweise zu Hochhausschluchten, Hauswänden oder dem Kampfplatz formieren lassen, dazu eine hydraulisch versenkbare Empore für die Balkonszene - mehr braucht es nicht, um immer wieder neue Bilder zu gestalten. - Ganze Kritik - HZ

Wettbewerb der Drehungen. Die Musical-Version des „Romeo und Julia“-Stoffes auch ein Klassiker des Genres geworden, der von seiner Frische und Aktualität nichts verloren hat. Die schwungvolle Inszenierung von Matthias Davids in der Stiftsruine in Bad Hersfeld beweist es. „West Side Story“ heißt vor allem Tanz und Gesang. (...) Tanzen haben sie gelernt, die vielen jungen Darsteller (...) Sie steigern sich immer wieder in einen Wettbewerb der Schwünge und Drehungen hinein. (...) Der Zeigefinger wird in Bad Hersfeld nicht erhoben, auch wird die „West Side Story“ nie krampfhaft aktualisiert. Das ist auch gar nicht nötig, denn nicht einmal in der Jugendsprache hat sich so viel geändert seit der ersten Probeaufführung des Musicals am 19. August 1957 in Washington. - Ganze Kritik - FAZ

Viel mehr als nur ein Liebeslied für Maria. Regisseur Matthias Davids zog alle Emotionsregister, die das Buch von Arthur Laurents und die genialen Songtexte von Stephen Sondheim hergeben. Von jugendlichem Überschwang und pubertärer Hitzköpfigkeit bis zum aufwühlendsten Moment der Seelenpein reicht die Palette, die den »Krieg« zweier verfeindeter Jugendbanden (...) Die nach wie vor jugendlich-frische Musik von Bernstein mit Hits wie »America« oder »Tonight« und ihren famosen Jazz- und Latino-Elementen sowie die dynamischen Tanzeinlagen (Choreografie: Melissa King) rundeten das Bild beinahe zur Perfektion ab. (...) Unterm Strich bleibt ein beeindruckender Abend, der selbst den weitesten Weg lohnt. Oder wie es der verliebte Tony formuliert, wenn er den Wohlklang von Marias Namen beschreibt: »The most beautiful sound I ever heard.« - Ganze Kritik - Gießener Allgemeine 

Wetter und Wirklichkeit auf der West Side. Heinz Hausers klares und offenes Bühnenbild bietet Raum und Gelegenheit für eine grandiose West Side Story. Die Inszenierung von Matthias Davids und die Choreographie von Melissa King geben dem Ensemble alle Möglichkeiten, mit professioneller Präzision und zugleich spontaner Spielfreude zu agieren. Begeisterter Applaus, der sich zu Standing Ovations steigerte, erhob eine unvergessliche Vorufführung in den Adelsstand einer Premiere. - Ganze Kritik - Osthessen-News

Umjubelte "West Side Story" in Bad Hersfeld. «Ich bin zu nervös gewesen, um das Musical anzugucken und bin die ganze Zeit um die Stiftsruine gelaufen. Aber dem Applaus nach waren die Zuschauer ganz zufrieden», sagte Regisseur Matthias Davids nach der Premiere am Dienstagabend. Der minutenlange Beifall, kräftiges Fußgestampfe und auch vereinzelte «Bravo»-Rufe waren akustischer Beweis genug. (...) Davids blieb bei seiner Inszenierung nah an der Vorlage des 1957 uraufgeführten Musicals. «West Side Story» nach der Musik von Leonard Bernstein ist eine Adaption von William Shakespeares Tragödie «Romeo und Julia» in das New York der 1950er Jahre. (...) Die rasche Abfolge dramatischer und lyrischer Szenen und die Tanzeinlagen zu einer Musik, in der sich lateinamerikanische Rhythmen sowie Jazz- und klassische Elemente finden, machten die mehr als zwei Stunden dauernde Aufführung packend und kurzweilig. - Ganze Kritik - Süddeutsche Zeitung 

"West Side Story" begeistert Musicalfans. Auch mit der zweiten Premiere in der Stiftsruine haben die diesjährigen Bad Hersfelder Festspiele einen Erfolg errungen. Das Publikum belohnte die Inszenierung mit mehr als zehn Minuten Applaus. - Ganze Kritik - Hessischer Rundfunk

Festspiele: "West Side Story" begeisterte. (...) temporeiche, rhythmisch perfekte, kluge und detailgenaue Inszenierung (Matthias Davids), bei der die Stiftsruine der Star ist; eine mitreißende, oft faszinierende Choreographie (Melissa King); ein erstklassiges Ensemble mit Künstlerinnen und Künstlern aus allen Erdteilen; ein Beinahe-Traumpaar als Tony (Christian Alexander Müller) und Maria (Leah Delos Santos) und ein Top-Orchester mit einem blutvoll-souveränen Leiter (Christoph Wohlleben). [Davids'] im Wechsel von Dramatik und Lyrik fein austarierte Inszenierung erzählte die stets aktuelle Geschichte von jungen Menschen, die keine Vorbilder haben, die einer immerwährenden Ziel- und Hoffnungslosigkeit ausgeliefert sind. (...) Die Aufführung vermittelte präzise und schonungslos das Lebensgefühl einer chancenlosen Generation, und reichte im Emotionsspektrum von Zärtlichkeit und Liebe bis zu Brutalität und Hass. Dabei kamen Humor und Witz, vor allem in den Tanzszenen, nicht zu kurz. - Ganze Kritik - Fuldaer Zeitung

Das löscht kein Nebel. Bühnenbildner Heinz Hauser hat für die Spaltung der Underdog-Gesellschaft eine so einfache wie einleuchtende Lösung gefunden: zwei gebogene, roll- und erkletterbare Metalldraht-Wände, auf denen die jungen Männer ihr Imponiergehabe austoben können. Und die flugs zusammengeschoben sind zum Kampfkäfig. - Frankfurter Rundschau

 

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