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IL
VIAGGIO A
REIMS
(DIE REISE NACH REIMS) Flieg, Pfeil des Amor, flieg! Davids hat in die schillernde Partitur mit scharfem Blick hineingeschaut. Und er hat dort diese ganzen emotionalen Girlanden, Verzwirbelungen und Verulkungen entdeckt, die nun auf der Szene zu sehen sind. (...) Zum Niederknien amüsant gelingt die Charakterisierung des seit Adam und Eva unmöglichsten Paares auf Erden: hier die höflich-distanzierte polnische Marquesa Melibea, dort der völlig durchgeknallte russische Graf Libenskof. Wie sich diese beiden in der ausladenden Duettszene aus anfänglicher gegenseitiger Ablehnung mit jedem Takt zusehends in Wallung bringen, und wie sie mehr und mehr von Amors irrlichterndem Pfeil durchbohrt werden, das zeigt uns wieder, wie einfach das Leben, die Liebe und besonders die komische Oper sein können, wenn man sie nicht hypertrophiert oder zersetzt, sondern einfach ihrem Esprit vertraut. Und wenn man, was in Hannover der glückliche Fall ist, ein Ensemble vereint, das unglaublich großen Spaß am eigenen Tun hat. Chapeau! Frankfurter Rundschau - [Ganze Kritik] Witzige Inszenierung und spritziges Dirigat. Matthias Davids (Regie), Marina Hellmann (Bühne) und Leo Kulaš (Kostüme) haben Rossinis auf einen zeitgenössischen Anlass hin komponierte Oper überaus kreativ in unsere Zeit transferiert und Warteszenen auf dem Aéroport Charles X konstruiert. Mit nie nachlassender Einfallskraft arrangierte das Regieteam sämtliche Szenen nicht nur amüsant, sondern fand einen perfekten Spagat zwischen der Darstellung echter Gefühle und albernen, aber immer sehr charmanten Vorgängen. Da waren übertriebenes Pathos und Komödiendetails fein abgestimmt. (...) Köstlich auch, wie Matthias Davids die Koloraturen inszenierte. Weser Kurier - [Ganze Kritik] Ein Flughafen voller Narren - Herrlich überdreht - Zehneinhalb Minuten Premierenapplaus. Die Staatsoper hat Rossinis selten aufgeführte „Reise nach Reims“ mit einem Humor aufgetankt, der so wirkungssicher abbrennt wie eine Ladung Kerosin – angezündet von Regisseur Matthias Davids (...) Riesenjubel für das komplette Regieteam. So macht Rossini richtig Spaß. Neue Presse - [Ganze Kritik] Lustreise. Eindrucksvoll, wie das Ensemble der Staatsoper Hannover hier mit Teamwork und Powerplay überzeugte. (...) Es gibt eine Fülle an Gags, keine Schenkelklopfer, sondern Schmunzelanreger. Aber wie diese Inszenierung mit den Übertiteln spielt, das allein ist schon ein paar Lachtränchen wert. Das alles funktioniert deshalb so gut, weil die Spannung zwischen den Nichtigkeiten des Lebens und der Ernsthaftigkeit der musikalischen Gefühle gewahrt bleibt. Hannoversche Allgemeine Zeitung - [Ganze Kritik] Absurd, bunt und urkomisch sind die Ideen von Matthias Davids für sein 14köpfiges Sängerensemble, Rossinis klischeehafte Charaktere werden bis ins Äußerste überzeichnet. [...] Wie schon in seinen früheren Inszenierungen in Hannover legte Regisseur Matthias Davids wieder sehr viel Wert auf Details: sei es das realistisch nachgebildete Flughafen-Bühnenbild oder die fantasievollen Kostüme – selbst die Übertitel sind mehr als nur Übersetzung. [...] Das gesamte Ensemble war musikalisch und schauspielerisch mit viel Enthusiasmus, Engagement und sichtlichem Vergnügen dabei; stellenweise lieferten sich die Sänger ein Koloraturenduell auf höchstem Niveau. »Siegerin« des Abends: Nicole Chevalier als modebewusste Gräfin. [...] Selten gab es bei einer Opernpremiere so viel Gelächter und Zwischenapplaus; dementsprechend begeistert zeigte sich das Publikum am Ende. NDR Kultur Agnieszka Zagozdzon Im Wartestand. In ein sehr heutiges Ambiente versetzt der Regisseur der Hannoveraner Produktion Rossinis letzte genuin italienische Oper «Il viaggio a Reims». Es kommt eine musikalisch runde Aufführung zustande, bei der vor allem Nicole Chevalier brilliert als Contessa di Folleville, die mit einer Einladung an die mit ihr Wartenden die Situation rettet. Regisseur Davids und seine Ausstatter (Marina Hellmann, Bühne, Leo Kulaš, Kostüme) ziehen alle Register. Das Publikum amüsiert sich prächtig. Am Pult achtet Gregor Bühl auf Rossinische Leichtigkeit, hält Bühne und Graben gut zusammen. Viel Jubel im Parkett und auf den Rängen, auch schon und immer wieder auf offener Szene. Deutschlandfunk, Georg Friedrich Kühn Marina Hellmanns Bühne sah nicht nur klasse aus, sondern bot dem Spielleiter viele Möglichkeiten, die auch alle ge- und benutzt wurden. Davids ist vor allem durch seine gekonnten Musical und Operetteninszenierungen bekannt, erweist sich aber auch als wundervoller Opernregisseur, der weiß seine Personen sinnvoll und spannend zu bewegen, dem Publikum doch auch an den richtigen Stellen Zeit läßt, sich auf die Musik zu konzentrieren, dem Werk Vertrauen schenkt, ohne in wilden Aktionismus zu verfallen, allein dafür gehört ihm gebührendes Lob. Der Opernfreund - [Ganze Kritik]
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