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EVITA Magdeburger Sonntag 7. Juni 2010 Liebe, Macht und Tod beim DomplatzOpenAir Unter sternklarem Himmel feierte das diesjährige DomplatzOpenAir mit „Evita“ am Freitag, 4. Juni, eine gelungene Premiere. Das Rockmusical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice erzählt die Geschichte von Eva Perón, die sich aus kleinsten Verhältnissen in die Zentren der politischen Macht katapultierte und als argentinische Präsidentengattin zur Legende wurde. Alles beginnt mit dem Ende: „Der Minister für Öffentlichkeitsarbeit hat die schmerzliche Pflicht, dem argentinischen Volk mitzuteilen, dass Eva Perón, die geistige Führerin unserer Nation, heute um 20.25 Uhr in die Unsterblichkeit eingegangen ist.“ Es ist der 26. Juli 1952, der als Todestag von Evita in die Geschichte eingehen wird. Regisseur Matthias Davids lässt den als Erzähler fungierenden Ché, großartig gespielt von Drew Sarich, allein auf der sonst leeren Bühne sprechen. Mit bissigem Unterton erinnert er aber auch an die Gräueltaten der Regierung unter Perón, bevor die Bühne vom trauernden Volk beherrscht wird. Dann beginnt die Geschichte von vorn. Als 15-jähriges Mädchen aus armem Hause reist Eva Duarte (Simone Geyer) 1935 nach Buenos Aires, um Schauspielerin zu werden. Der Erfolg bleibt jedoch aus. Deshalb lässt sich Eva von Männern aushalten, die sie genauso schnell wechselt, wie ihre immer exklusiver werdende Garderobe. Mittlerweile beim Hörfunk erfolgreich, ändert sich im Januar 1944 ihr Leben grundlegend, als sie Oberstleutnant Juan Perón (Ethan Freeman) kennenlernt. Beide erkennen ihren Nutzen füreinander und heiraten 1945. Eva Perón unterstützt ihren Mann beim Wahlkampf ums Präsidentschaftsamt, das er ein Jahr später erlangt. Sie gibt sich dabei stets volksverbunden, wofür sie von der höheren Gesellschaftsschicht Missachtung erntet, beim Volk aber auf Liebe und Anerkennung stößt. In ihrer Balkonansprache heißt es: „Ich bin die selbe, die ich einst war ... Wein nicht um mich, Argentinien ... Lass einen Platz mir in deinem Herzen.“ Sechs Jahre später weint das Volk doch um sie. Von einer großen Europareise geschwächt, erliegt Eva Perón 1952 ihrem Krebsleiden. Mit der Bühne im Zentrum des Regierungsviertels der Landeshauptstadt ist der äußere Rahmen gegeben, die Geschichte von Evita und ihrem politischen Aufstieg glaubwürdig zu inszenieren. Ethan Freeman sang als Juan Perón solide, trat aber sonst nicht besonders hervor. Anders war dies bei Nebendarsteller Iago Ramos zu beobachten, der als Tangosänger Agustín Magaldi mit südländischem Charme begeistern konnte. Am beeindruckensten spielte jedoch Drew Sarich als Ché. Mit grandioser Sicherheit im Gesang und seiner facettenreichen Rock-Pop-Stimme zog er das Publikum in seinen Bann. Mit der Verpflichtung des Amerikaners konnte das Theater Magdeburg einen Darsteller auf Weltniveau engagieren, der das Musical, das im Hinblick auf „Cats“ oder „Das Phantom der Oper“ sicher zu den schwächsten Werken Andrew Lloyd Webbers zählt, doch sehenswert macht. Die Magdeburgische Philharmonie, das Ballett, die Singakademie und der Opernchor des Theaters, abgesehen von tonlichen Schwierigkeiten im a cappella-Teil, rundeten die Aufführung gut ab. „Evita“ wird bis zum 26. Juni täglich, außer montags, ab 21 Uhr auf dem Domplatz aufgeführt. Restkarten können für einen Preis zwischen 25 und 45 Euro an der Theaterkasse im Opernhaus sowie an der Abendkasse auf dem Domplatz erworben werden.
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