HNA Kassel, 4.2.2002,
Juliane
Sattler:
Von Schach, Spiel und Leben
Chess entwickelt sich unter der
Federführung des schon bei "The Life" erfolgreichen
Produktionsteams (Regie: Matthias Davids, musikalische
Einstudierung: Steven Gross, Musical Staging: Melissa King) zur
Metapher für einen politischen und privaten Machtkampf. (...) In
den sich zuspitzenden Szenen der Pressekonferenzen und dem
Spielverlauf der Weltmeisterschaft in New York offenbart die
Inszenierung eine konsequente Strenge, die Davids im zweiten Teil
auflöst: fernöstliche Exotik beim Song "One Night in
Bangkok". (...) Die lyrischen Inseln im Strom lassen zunehmend
einen melancholischen Grundduktus durchschimmern. (...) Alle sind
begeistert von den Stimmen der beiden Stars (...)
Zum Schluss nicht enden wollender Applaus,
stehende Ovationen. Kassel hat ein neues Musical - und was für
eines. |
Neue Westfälische, Lippische
Landeszeitung, 4.2.2002, Eckhard Britsch:
Spiel als Krieg
Der Premierenjubel hat in Kassel seine guten Gründe:
Mathias Fischer-Dieskau baut mit genial-einfacher Ästhetik eine großartige
Bühne, in der die Schachbrett-Geometrie zitiert wird; Judith Peters
Kostüme sind treffend und phantasievoll, und Regisseur Matthias
Davids bringt die Typologie zwischen Geldgier und Herzschmerz,
politischer Intrige und individueller Charakterstudie auf den Punkt.
(...) Manchmal muss man im Leben die Stimme des
Herzens zum Schweigen bringen. Jedenfalls hat Tim Rice („Evita“)
daraus ein ernsthaftes, nahegehendes, durchaus tiefgründiges
Textbuch gemacht, dessen Musikalisierung durch Benny Andersson/Björn
Ulvaeus (...) Steven Gross mit dem dortigen Orchester das
Musical schwungvoll und pointiert nach vorne peitschte. |
BBV,
Neuß-Grevenbroicher Zeitung und NGZ, 4.2.2002, Camillo Kluge:
Der Sport als Spielball der Mächte
Die Premiere wurde vom Publikum gefeiert. Und
das zurecht, denn sowohl Solisten als auch das Bühnenbild lieferten
eine überzeugende und glänzende Vorstellung. Der bekannte Musical-
und Opern-Regisseur Matthias Davids bewies wieder einmal ein glückliches
Händchen bei der Auswahl der Akteure.
Vor allem waren es die beiden Hauptrollen, die
mit ihren grandiosen Stimmen und überzeugendem Spiel im
Staatstheater begeisterten: Zum einen Annika Bruhns als Florence
Vassy (...), der die Rolle nicht nur stimmlich, sondern auch
spielerisch auf den Leib geschneidert scheint. Seinen Bariton
richtig zum Einsatz brachte zum anderen Charles Fonara. Mit
kraftvoller Stimme und gefühlvollem Spiel verkörpert er den
Anatoly Sergievsky.
Einfallsreich und dennoch simpel zeigte sich
das Bühnenbild von Mathias Fischer-Dieskau, der eigentlich mit
wenigen Hilfsmitteln beständig neue Szenarien schuf. Und auch die
Kostüme wirkten, als wären sie tatsächlich in den frühen 60ern
erstanden worden. |
| Dill-Zeitung
und kulturfreak.de, 28.1.2002, Florian Seibel:
(...) Matthias Davids achtet auf
kleinste Details in Aussprache und Emotionen. Seine Art Regie zu
führen offenbart große Professionalität und tiefes Verständnis
für die unterschiedlichsten und teils absurden menschlichen
Verhaltensweisen. |
Gießener
Allgemeine, 5.2.2002, Susann Adam: Was
reißt die Premierengäste am Kasseler Staatstheater zu stehenden
Ovationen hin? Es ist eine außergewöhnliche Produktion, eine tolle
Performance. (...) Chess hat das Potenzial zum Renner
der Saison.
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| ddp-Nachrichtenagentur,
3.2.2002 (...) Größter
Aktivposten ist das hochdynamische Bühnenbild von Mathias
Fischer-Dieskau, das der routinierten Inszenierung von Matthias
Davids schnelle Verwandlungen und ansehnliche Arrangements erlaubt.
Das alles ist - ebenso wie die musikalische Leitung von Steven Gross
- professionell, perfektionistisch und ziemlich cool. Die Kasseler
Theatermacher positionieren sich geschickt zwischen den großen
Kommerz-Musicals und den operettigen Dollys und Ladys und Gigis
rundherum. Das kommt an: Mit lautem Jubel ließ die Fangemeinde ihr
Ensemble hochleben. |
FAZ Business Radio
Berlin, 3.2.2002, Schaffranke:
Ich hatte die Befürchtung,
deutsche Gesangstexte könnten etwas albern wirken. Dies stellte
sich aber als völlig unbegründet heraus. Matthias Davids, der
Regisseur dieser deutschen Erstaufführung, hat das wirklich
vermeiden können. "Chess" ist musikalisch äußerst
anspruchsvoll und die Texte wurden gut übersetzt.
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