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| Westdeutsche Zeitung: Das freie Spiel mit den Klischees. Mit kräftigen Rocksongs, spritzigen Tanzszenen, einem oft bitterbösen Text, von Matthias Davids mit respektlosem und herbem Witz in Szene gesetzt, und einer rund herum rasanten Ensembleleistung hatten selbst die Bedenkenträger einen schweren Stand: Unterhaltsame, abwechslungsreiche, mal kitschige, mal klamaukhafte neunzig Minuten und dennoch wurde hier nichts auf die leichte Schulter genommen. Dass dieses freie Spiel mit den Klischees (...) gelingt, liegt am Inszenierungswitz und den jungen Schauspielern zugleich. Keine peinliche Asylrevue also, nein, geschickt und ideenreich hat sich die junge Crew an den Ansprüchen des Themas vorbeigespielt, -getanzt, und -gesungen - und vielleicht gerade deshalb auch noch Platz für einige ernste Schreckensmomente. Nach begeistertem Applaus wurde im Foyer noch lange hitzig debattiert. |
Aachener Volkszeitung: Schrille, bissige Show mit ernstem Thema. Eine aktuelle, hochbrisante Thematik unterhaltsam umsetzen - eine heikle Gratwanderung. Bei dieser neuen Produktion der Bühnen Krefeld und Mönchengladbach ist sie geglückt. Hier soll nicht moralisiert, kein Zeigefinger gehoben, soll vielmehr angestoßen und zum Nachdenken angeregt werden. Zur Jagd auf den schwarzen Asylanten segeln "Todesanzeigen" von der Decke. Auf denen steht unter anderem (kleingedruckt): Die Würde des Menschen ist unantastbar. stadtmagazin mönchengladbach Nachdem die Vorstellungen im Krefelder Haus fast durchgehend ausverkauft waren, kommt "Asyl" nun nach Mönchengladbach. Die Regie von Matthias Davids arbeitet hervorragend mit den Klischees des Textes und der Musik. |
Rheinische Post: Eine Parodie auf Schreibtischtäter und Kleinbürger Lange nicht mehr so ein gepfeffertes, jugendliches Stück am Stadttheater erlebt. So der Eindruck vieler, auch nicht mehr jugendlicher Premierengäste. Hinter den Klischees bleiben der ernste Kern, die aufrüttelnde Botschaft klar vernehmbar: dass unsere Asygesetzgebung zwangsläufig Gebote der Humanität aushebelt. Krass hat Regisseur diesen Bruch verdeutlicht, indem er einer Gruppe blutverschmierter tanzender Krankenschwestern später zwei stempelwütige Büro-Hengste gegenüberstellt. Bei dem schockartigen Schluss - der afrikanische Asylbewerber wird vom aufgehetzten Mob verbrannt - ist Schluss mit lustig. Die Verharmlosung der Schlussszene durch den Autor, der den Darsteller wieder unversehrt auftreten und "Alles nur Theater" feststellen lässt, machen Davids und sein Team nicht mit. |
Deutschlandfunk
Dass Musicals nicht nur einen tieferen Inhalt haben können, sondern auch als Medium für eine politische Botschaft funktionieren, das wurde mit der Produktion von "Asyl" bewiesen. Im Theater in Krefeld wird live musiziert, gut gesungen, vor allem aber sehr gut gespielt. Matthias DAvids holte aus der Vorlage siviel Biss heraus, dass das Publikum sich tatsächlich anderthalb Stunden geistreich amüsieren kann. Musicals Pointiert und frech wird die Inszenierung von Matthias Davids den Vorgaben der Vorlage gerecht. Überhaupt lebt die Inszenierung von der Fähigkeit des kreativen Teams und des Ensembles, Stimmungen greifbar zu machen. Davids wartet immer wieder mit kuriosen, bisweilen absurden Details auf. |
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